Ich habe mir immer eingeredet das ich aufhören möchte und eigentlich ja kein Raucher bin. Die körperlichen Folgen ließen auch nicht lange auf sich warten. Ich bemerkte das meine Kondition beim Fußball nachließ, die Lunge bei starker Anstrengung brannte. Oftmals auch nach einem längeren Abend mit Alkohol, wenn viele Zigaretten konsumiert wurden, morgens Schleim gespuckt wurde. Die Zähne wurden in Mitleidenschaft gezogen usw. Und ganz schön ins Geld ging das Ganze auch noch.
Es war also an der Zeit den Versuch es sein zu lassen. Leichter gesagt als getan, denn das Umfeld in dem ich mich bewegte hat ja wie gewohnt weiter gemacht.
Dennoch konnte es so nicht weitergehen und ich unternahm den Versuch. Und schon fast wie befürchtet, drehten sich meine Gedanken nur um die Zigarette, die ein derart starkes Verlangen auslöste, dass fast alles drum herum unwichtig wurde. Die Konzentration ließ extrem nach und man hatte zu kämpfen. Ganz bewusst habe ich in den ersten Tagen auf persönliche Begegnungen mit nahezu sämtlichen Raucher im Freundeskreis, verzichtet. Denn ich wusste das ich dann nicht widerstehen werde.
Dies führte dazu das man sich jeden Tag, den man Rauchfrei war als Motivation eine Art Rekord im Hinterkopf trug und sich bewusst war das, wenn man sich eine anmacht, dieser wieder zunichte fällt und man wieder bei null startet. Der Ehrgeiz war zum Glück standhaft und so wurde der Rekord täglich ausgeweitet und man war auch ein wenig stolz drauf.
Nicht nur das nicht Rauchen an sich und die Befriedigung, wenn man den Rauch auf Lunge einatmet, fiel schwer, sondern man wurde auch nervös da etwas im Mundnähe fehlte. Es fühlte sich an als wäre man irgendwie unvollständig. Dies brachte mich auf eine Idee und ich weiß nicht, ob ich es ohne auch so gut durchgehalten hätte. Ich habe mir eine Packung Lollis besorgt.
Und es war tatsächlich so das ich, obwohl ich eigentlich kaum Süßigkeiten konsumiere, fast über den kompletten Tag hinweg mit einem Lolli im Mund herumlief. So eine Packung die aus 20 Stk.bestand, war nach 2,3 Tagen weg, was sonst Jahre gehalten hätte. Ist natürlich nicht die gesündeste Alternative, war aber in diesen Tagen zweckgebunden und hat extrem gut geholfen.
Die ersten Tage waren extrem schwer, dies zog sich Tag für Tag durch. Die Gedanken ständig um die Zigarette kreisend, haben einem versucht die Einstellung hingehend zu ändern und einen Kompromiss zu finden. Aber ich wusste, wenn ich jetzt wieder Eine rauche, dann hat die Motivation einen derben Riss und es wird nicht bei Einer bleiben.
Die Wochenenden stellten ebenfalls eine große Herausforderung dar, denn ich war noch viel zu schwach um abzulehnen, wenn Alkohol mit ins Spiel kommt. Und gerade da schmeckt und tut die Zigarette doch so gut. Also hieß es, du verbringst die ersten Wochenenden erst einmal sehr ruhig und meidest jede ausgelassene Stimmung und jene Kontakte die gerade anderer Meinung sind und ständig vor dir Rauchen.
Bei mir war definitiv die Ablenkung ein sehr wichtiger Aspekt, dass ich mich anderweitig in der ersten Wochen abgelenkt habe und versucht habe die Erfüllung mit Sport zu finden. Ebenso waren lange Spaziergänge sehr gut um die Zeit, die für Einen spielte auf seine Seite zu gewinnen. Eine bessere Kondition war schon mal ein sehr positives Signal, das der Körper einem zurückgab.
Schließlich nach ungefähr 4 langen Wochen war es dann so weit, es fühlte sich so an, dass man eine Art Hürde hinter sich ließ. Als ob der Körper die extremen Entzugserscheinungen abließ und man wieder innerliche Ruhe fand. Ich habe kaum noch Lollis konsumiert war irgendwie fitter und wacher und die Gedanken bewegten sich bei Weitem nicht mehr so oft auf das Rauchen. Ich wusste, es ist noch längst nicht bewältigt, eine dumme Feier oder unbedenklicher Zeitvertreib und man steckt wieder mittendrin. Daher hieß es weiter dranbleiben und schauen was die nächsten Wochen noch an positiven Signalen senden.
Diese gab es tatsächlich vermehrt. Schaut auf der nächsten Seite ---> Die Verbesserung der Lebensqualität